LC-A Reparatur

Neulich saßen wir in Landshut beim Essen, hatten gerade die letzten Bissen Pizza verdrückt und ich verschoss noch die übrigen zwei Bilder mit der LC-A, wechselte den Film und auf einmal blieb mir fast das Herz stehen: Die LEDs leuchteten nicht mehr. Ganz urplötzlich brauchte die LC-A Reparatur!

Das muss der Alptraum eines jeden Lomonauten sein: Plötzlich funktioniert die Lomo nicht mehr. In meinem Fall war es nach dem Wechsel eines Films, dass die LC-A Reparatur erforderte. In diesem Blogbeitrag will ich darauf eingehen, wie ich dabei vorgegangen bin und was mir geholfen hat.

Als Erstes muss ich darauf hinweisen, dass ich kein professioneller Bastler bin und hier lediglich Hinweise liefern kann. Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden, die ihr bei eurer LC-A Reparatur anrichtet! Verstanden? Dann kann es ja losgehen.

LC-A Reparatur

Die Frontplatte wird von vier winzigen Schräubchen gehalten

Die LC-A hat ein paar typische Probleme, die altersbedingt auftauchen können und zu denen man im vorwiegend englischsprachigen Netz einige Beschreibungen findet. Da wäre zum einen das Sticky Shutter Problem, das durch zu lange Lagerung auftreten kann. Dabei verkleben die Lamellen des Verschlussmechanismus und die Bilder bleiben unbelichtet. Das Problem ist etwas tricky, weil man dabei bis tief ins Innere der LC-A vordringen und etliche Schrauben unterschiedlicher Größe entfernen und hinterher wieder an ihren Platz bringen muss. Eine recht gute Anleitung dafür habe ich hier gefunden. Zum anderen können Probleme mit den roten LEDs auftreten. Entweder, weil die Kontakte im Batteriefach korrodiert sind oder weil ein Metallstreifen im Inneren der Kamera keinen Kontakt mehr herstellt. Beide Probleme sind recht leicht zu lösen. Der worst case wäre, dass irgendein Element auf der Platine durchgebrannt ist. In einem solchen Fall würde ich nach professioneller Hilfe für die LC-A Reparatur suchen.

Wie vorgehen bei der LC-A Reparatur?

Schritt eins: Fehlerdiagnose. Damit man sich nicht die Finger wund sucht, sollte man die Fehlerquelle analysieren. Für alle Fälle gibt es eine Gruppe auf Flickr, die sich mit Lomo-Kameras und insbesondere der LC-A Reparatur auseinandersetzt. In meinem konkreten Fall, also den plötzlich nicht mehr funktionierenden LEDs, habe ich zuallererst die Batteriekontakte gesäubert und etwas zurechtgebogen. Das hat mein Problem nicht gelöst, also musste es entweder an den Kontakten im Inneren liegen oder eben ein Defekt in der Elektronik vorliegen. Da das Problem so plötzlich aufgetreten ist, war ich mir sehr sicher, dass es an den Metallstreifen liegen musste.

Schritt zwei: Die Kamera aufschrauben. Für diesen Schritt braucht man ruhige Hände und Feinmechanikwerkzeug. Ich habe irgendwann mal ein recht gutes Set günstig erworben. Wenn ihr euch ein Set mit kleinen Schraubendrehern besorgt, achtet darauf, dass dabei sowohl Kreuz- als auch Schlitz-Schraubendreher enthalten sind und dass ihr nicht den billigsten Ramsch kauft, denn damit werdet ihr im besten Falle nur die Schraubendreher verbiegen und im schlimmsten Fall sogar die Schrauben dermaßen schrotten, dass ihr die LC-A aufbrechen müsstet.

Als Erstes müsst ihr die Frontabdeckung lösen. Das ist sehr einfach. Die vier Schrauben, die ihr lösen müsst, befinden sich links und rechts. Nachdem ihr diese entfernt habt, lässt sich die Front einfach abheben. Legt die Schrauben am besten in die Frontabdeckung und das alles in eine Plstikschale (das ist wesentlich cooler als die winzigen Schrauben hinterher auf dem Boden zu suchen). Danach müsst ihr den oberen Deckel lösen. Dieser wird von fünf Schrauben gehalten. Zwei sind leicht auf der Rückseite der LC-A zu finden, zwei weitere sind etwas besser versteckt, nämlich auf der Innenseite der Einbuchtung, in der die Rückspulschraube liegt. Diese solltet ihr vorher auch lösen. Das Teil lässt sich leicht abschrauben, wie man bei meinem Link zu Cameramonkey sieht. Achtet nur darauf, dass ihr den Rückendeckel nicht mehr schließt! Die letzte Schraube befindet sich unterhalb der Lederabdeckung auf der Vorderseite. Mit einem Zahnstocher kann man die Belederung leicht zur Seite schieben. Seid vorsichtig, denn das Leder wird von jahrzehnte altem Klebstoff gehalten. Seid ebenso vorsichtig beim Lösen der Schraube, denn es können Rückstände des Klebers daran sein. Friemelt lieber etwas vorsichtig an der Schraube, bevor ihr sie schrottet! Wenn alle fünf Schrauben gelöst sind, kann die Deckelplatte abgehoben werden. Der Auslöseknopf liegt dann vermutlich einfach in der Kamera. Dieser besteht aus zwei Teilen: Einem Metallknopf und einer Plastikabdeckung. Den könnt ihr erst einmal entfernen. Legt das alles zur Seite und passt auf die kleinen Schrauben auf. Macht am besten Fotos oder Notizen. Ich lege die Schrauben auch immer so hin, wie ich sie aus der Kamera genommen habe. Wenn alles erledigt ist, kann die eigentliche LC-A Reparatur losgehen.

LC-A Reparatur

Die kleinen Metallplättchen müssen eventuell nachgebogen werden.

Schritt drei: Genau hinschauen. Die Metallplättchen, die den LEDs Kontakt geben, liegen direkt dort, wo der Auslöseknopf war. Das Prinzip ist recht einfach: Solang die Metallplättchen Kontakt haben, leuchten die LEDs nicht. Erst, wenn das mittlere Plättchen frei schwebt, leuchten diese. Man kann die Plättchen mit einem Zahnstocher vorsichtig in die richtige Position bringen. Wenn man dann die Batterien wieder einlegt und den Auslöseknopf betätigt, sollten die Lampen wieder leuchten. In meinem Fall war es so und mit großer Erleichterung konnte ich einen Defekt in der Elektronik ausschließen. Vermutlich war der Metallstreifen beim Filmtransport einfach aus der Position geraten.

Schritt vier: LC-A Reparatur abschließen. Jetzt muss die Kamera nur noch wieder zusammengebaut werden. Dazu alle Schritte rückwärts wieder zurückgehen. Den Auslöserknopf kann man einfach in die obere Platte legen und vorsichtig wieder einschieben. Bevor die fünf Schrauben wieder befestigt werden, ist es nützlich, nochmal alles auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Wenn nach wie vor alles richtig läuft, die Schrauben festziehen. Danach muss nur noch die Frontplatte aufgesetzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die neidem Stifte richtig in der Führung liegen, so dass die Schutzblende hinterher wieder geschmeidig öffnet. Danach müssen die letzten vier Schrauben wieder festgemacht werden. Zieht die Schrauben nicht allzu fest, um sie nicht zu beschädigen.

Neben dem Aufwand von circa einer oder zwei Stunden, hat man hinterher wertvolle Erfahrungen mit der LC-A Reparatur gesammelt und das gute Gefühl, sein Gerät eingenständig reparieren zu können. Und das Beste natürlich: Eine funktionstüchtige Lomo! Wenn ihr weitere Fragen zur LC-A Reparatur habt, mehr Bilder oder Hinweise braucht oder einfach über eure Reparatur-Session berichten wollt, scheut euch nicht, mir zu schreiben.